Philipp Herkenhoff NBBL Top 4

Philipp Herkenhoff von RASTA Vechta spricht vor dem NBBL Top 4 über seine Ziele

„Euroleague ist mein Ziel, die NBA mein Traum“

 

Philipp Herkenhoff ist kein normaler Big-Guy. Betritt der 17-Jährige einen Raum, sieht man ihm das nicht direkt an, mit seinen 2,06 Meter gehört er rein optisch zu den Großen im Basketball. Durch seinen frühen Kontakt mit Basketball hat er von der Pike auf gelernt und behandelt den Ball wie ein Guard. In seiner jungen Karriere hat er bereits einiges erlebt, mit RASTA Vechta Bundesligaluft geschnuppert und Titel errungen, nun steht er im NBBL Top 4. Herkenhoff möchte nach seinem JBBL-Titel 2014 sich auch bei den Großen krönen und seine Quakenbrücker zum Sieg führen.

 

watch German Basketball Future: Philipp, erzähl uns doch kurz, wie du zum ersten Mal mit dem orangenen Leder in Kontakt kamst.

Philipp Herkenhoff: Den ersten Kontakt hatte ich mit 4 Jahren. Mein Heimatverein hat 2. Bundesliga der Damen gespielt. Mit der Familie waren wir immer bei den Spielen und haben zugeschaut. Zunächst wollte ich mit Fußball anfangen, meine Mutter hat mich dann aber überredet, Basketball auszuprobieren. Mit 5 Jahren habe ich dann mein erstes Training gehabt und das wurde mit der Zeit immer intensiver und mehr.
 

go site German Basketball Future: Mit deinen 2,06 Metern bist du nicht gerade der kleinste. Warst du schon immer einer der Größten im Team? Und wie war das in der Schule?

Philipp Herkenhoff: Ich war nie der Größte, weil ich damals mit 5 Jahren in der U10 gespielt habe. Dort waren alle viel größer. Es hat sich so durchgezogen, dass ich immer eine Altersklasse höher gespielt habe. Als ich dann verletzt war, bin ich in dem Jahr sehr viel gewachsen, und danach war ich dann einer der Größten. In der Schule hatte ich damit auch keine Probleme, meine Mitschüler hatten eher Respekt vor meiner Größe.

 

free stock charts for binary options\'a=0 German Basketball Future: Nach deinem Sprung in die JBBL lief alles optimal für dich. Direkt im ersten Anlauf hast du es in das Top 4 geschafft und den Titel gewonnen. Wie war es, vor heimischem Publikum zu gewinnen?

Philipp Herkenhoff: Für das erste Jahr war es eine coole Situation, und dass wir dann auch noch in Quakenbrück gewonnen haben, war umso besser.

 

http://lycheeonline.nl/fimore/pifre/240 German Basketball Future: Der erste Auftritt im Top 4 sollte nicht dein letzter gewesen sein. Direkt im Jahr darauf standest du schon wieder im Finale. Hattest du zu diesem Zeitpunkt bereits eine Routine?

Philipp Herkenhoff: Eine Routine entwickelt sich beim Top 4 nicht. Auch, wenn ich jetzt zum vierten Mal dort sein werde, ist es immer etwas besonderes und jedes mal etwas neues. Z.B. ändern sich die Spielzeiten von der JBBL zur NBBL: Erst spielst du vormittags und im Jahr drauf kann es bereits ein Abend-Spiel sein.

 

http://www.mentzer-consult.de/?afinoes=mit-bin%C3%A4ren-optionen-handeln-wo&278=00 German Basketball Future: Trotz der Niederlage im Endspiel gegen die Porsche BBA Ludwigsburg, welche denkbar knapp ausfiel, wurdest du zum MVP des Top 4 gewählt. Konntest du diesen Moment genießen?

Philipp Herkenhoff: Ich habe mich nicht wirklich gefreut, das konnte man in der Situation auch sehen. Nachdem ich die entscheidenden Wurf daneben gesetzt hatte, war es für mich dann nicht möglich, mich über einen individuellen Titel zu freuen. Wenn das Team verloren hat, freue ich mich nicht über einzelne Auszeichnungen, ich bin eher der Teamplayer.

 

click German Basketball Future: Dir wurde die Ehre zu Teil, beim Jordan Brand Classic teilzunehmen. Was hast du daraus gelernt und für dich persönlich mitnehmen können?

Philipp Herkenhoff: Ich war mit Isaac Bonga in Zagreb. Dort waren viele NBA-Coaches, die mit den Spielern trainieren und auch deren Athletik-Coaches. Die Trainer dort machen ein ganz anderes Athletik-Training als bei uns in Deutschland oder Europa. Was wir da gemacht haben, war angeblich nur ein Warm-Up, aber danach waren wir alle fertig – danach ging gar nichts mehr. Wenn die das jedes mal machen, ist der athletische Unterschied kein Wunder.

 

go to site German Basketball Future: Du hast die Athletik der Amerikaner erwähnt: Wie hat sich das bei den anderen Europäern widergespiegelt? Was kannst du uns über die internationale Konkurrenz erzählen?

Philipp Herkenhoff: Neben dem athletischen Aspekt, bei dem wir alle nicht so gut waren, hat man auch die große Konkurrenz in Europa treffen können. Es war interessant zu sehen, was andere in deinem Alter alles können, und worin man selbst Vorteile hat. Teilweise sind ein paar von ihnen inzwischen bei guten europäischen Clubs im Kader.

 

go here German Basketball Future: Nach dem Jordan Brand Classic war deine Reise jedoch noch nicht vorbei. Du hast es im Anschluss geschafft, dich für das Event „Basketball Without Boarders“ zu empfehlen. Welche Eindrücke hast du dort gewinnen können?

Philipp Herkenhoff: Im Rahmen des Jordan Brand Classic war ich das erste Mal in New York für die Finalrunde. Es war eine Ehre, unter den letzten 10 zu sein und in die USA zu reisen. Dort ist der Basketball-Lifestyle nämlich ganz anders als in Deutschland. Es wird dort viel mehr gehyped und höher angesehen, wir hatten auch die Möglichkeit die Stadt anzusehen. Der Trip war etwas besonderes.

 

source url German Basketball Future: Im Sommer 2016 ist dir ein historischer Coup geglückt. Als jüngerer Jahrgang hattest du die Möglichkeit, bei dem renommiertem Albert-Schweitzer-Turnier in Mannheim teilzunehmen.  Wie war es, als erstes Deutsches U18-Team das Turnier zu gewinnen?

Philipp Herkenhoff: Das war schon besonders. Die Unterstützung wurde im Verlauf des Turniers immer mehr, wir hatten anfänglich so 1500 Zuschauer, es war nicht wirklich voll. Am Ende, Richtung Finale, war die Halle dann voll und ausverkauft. Ich denke, dass die Zuschauer gesehen haben, dass man auf uns, die Jugend, setzen kann und wir uns immer weiter entwickeln.

 

Leggi la recensione su come guadagnare online con IQOption e prenota il tuo link per trovare referral gratis. Cosa è IQOption? binary 60 second trading? Ein Video von Philipp Herkenhoffs Performance beim Albert-Schweitzer-Turnier 2016 findet ihr auf Youtube.

 

here German Basketball Future: Nach dem Gewinn ging es weiter zur Europameisterschaft. Seid ihr mit einem Hype dort aufgeschlagen? Oder hattet ihr das Gefühl unter Druck zu stehen?

Philipp Herkenhoff: Hype kann man nicht wirklich sagen, Druck war auch keiner zu spüren. Aber alle wussten, dass wir als Titelkandidat reingehen, das haben wir vor dem Turnier auch klar kommuniziert. Also eine gewisse Erwartungshaltung war vorhanden, aber das hat man von den Fans nicht gespürt.

 

rencontre mariage tunisienne france German Basketball Future: Nachdem Ihr dann „nur“ Vierter geworden seid kam die Diskussion auf, ob man es in Bestbesetzung nicht besser gemacht hätte. Wie siehst du das, und wie hast du das Halbfinale und das Spiel um Platz 3 erlebt?

Philipp Herkenhoff: Boah, das kann man immer sagen. Das AST haben wir auch gewonnen, ohne Isaac Bonga und Isaiah Hartenstein. Mal läuft es in bestimmten Zusammenstellungen besser, mal hängt es von der Tagesform ab. Besonders im Halbfinale und Finale spielen Top-Mannschaften, und jeder kann gewinnen. Natürlich wäre unsere Bank tiefer geworden, wenn alle dabei gewesen wären, aber ich denke nicht, dass man da den Grund für unser Abschneiden suchen sollte. Das war natürlich enttäuschend, wenn du dann Halbfinale und Spiel um Platz 3 hintereinander verlierst. Wir haben die letzten zwei Spiele nicht unsere beste Leistung zeigen können, dementsprechend haben wir die letzten beiden Spiele auch zurecht verloren.

 

German Basketball Future: Frisch vom Druck, gibt es die Kadernominierung vom U19-Bundestrainer Harald Stein. Du wirst auch diesen Sommer Teil des Teams sein, welches zur WM fährt. Welche Ziele hast du dir gesteckt und was willst du mit der Nationalmannschaft erreichen?

Philipp Herkenhoff: So weit kommen, wie es möglich ist. Die USA schicken bei der WM in der Regel gute Teams. Jedoch ist unsere Gruppe auch nicht leicht, und wir haben gute Gegner. Litauen beispielsweise, das wird schwierig, aber wir werden unser Bestes geben und versuchen, so weit wie möglich zu kommen.

 

German Basketball Future: Training, Bundesliga, Pro B und NBBL – da steht einiges auf dem Programm. Wie hältst du nebenher noch den Schulbetrieb am laufen?

Philipp Herkenhoff: Ein normaler Tag sieht bei mir wie folgt aus: Von 8 bis 15 Uhr Schule, danach direkt Heim und essen, damit ich dann um 16 Uhr Kraft oder Individual-Training haben kann. Von 18 bis 20 Uhr ist Teamtraining, manchmal im Anschluss das zweite direkt hinterher, oder Einzeltraining. Abhängig von der Belastung wurden die Trainingseinheiten dann auch angepasst und für das kommende Wochenende gesteuert. Meistens habe ich zwei oder mehr Einheiten pro Tag.

 

German Basketball Future: Das hört sich nach einem straffen Zeitplan an! Bleibt dir da noch genug Luft zum lernen, oder woher nimmst du dir die Zeit?

Philipp Herkenhoff: Das macht man dann Abends. Nach dem Training, wenn ich dann so gegen 22 Uhr heimkomme. Manchmal setze ich mich aber auch direkt nach der Schule und versuche noch eine dreiviertel Stunde etwas zu tun. Ab und zu habe ich auch meine Sachen mit in die Halle genommen und dann zwischen den Einheiten gelernt, wenn ich dazwischen eine Pause hatte. Zugegeben, kommt es schon mal vor, dass ich dann doch auf dem Parkett stehe. Aber das ist noch in Ordnung, denn so schlimm sind meine Noten dann auch nicht, also die sind schon ok.

 

German Basketball Future: In den letzten Partien von Rasta Vechta standest du jeweils mehr als 15 Minuten auf dem Feld. Worin ist der plötzliche Sprung deiner Spielzeit zu erklären?

Philipp Herkenhoff: Ich denke, dass ich die letzten Spiele so viel ran durfte, weil wir sicher abgestiegen waren. Der Coach wollte mir aber auch ein bisschen Vertrauen geben, wollte, dass ich auf dem Court während des Spiels mein Ding mache. Mir Verantwortung geben und mich ans Profidasein heranführen. Ich denke, ich wurde von Spiel zu Spiel sicherer und so bin ich besser für die nächste Saison vorbereitet.

German Basketball Future: JBBL-Titel – Check. Top 4-MVP – Check. NBBL Top 4-Titel? Das könnte dein nächster Schritt werden, jedoch wir das wohl kaum das Ende der Fahnenstange sein. Was sind deine langfristigen Ziele? Und bis wann möchtest du diese erreicht haben?

Philipp Herkenhoff: Euroleague ist mein Ziel und NBA ist mein Traum. Euroleague haben viele als Ziel auserkoren – auf meinem Leistungslevel, Jugendnationalspieler, zumindest. Aber ich denke, dass die Euroleague heute auch schon ein hohes Level aufweist. Ich möchte so schnell wie möglich dort ankommen, setze mich aber nicht unter Druck. Außerdem sage ich nicht: „Ich muss in zwei Jahren dort spielen.“ Wenn es seine Zeit braucht, mit meinem Körper und so, dann ist es ok, wenn es länger dauert. Jedoch werde ich mein Bestes geben, um mein Ziel so schnell wie möglich zu erreichen.

 

German Basketball Future: Du hast in deiner Jugend bereits alle Nationalmannschaften durchlaufen. Da bleibt die Frage offen: Wartest du bereits auf die Nominierung für den A-Kader?

Philipp Herkenhoff: Auf jeden Fall! Ich denke, wenn man die Jugend-Nationalmannschaften durchläuft, dann will man natürlich auch für die A-Herren spielen. Man hat bereits zugeschaut, die Fans und das Feeling erlebt. Du willst nicht nur die Jugend-Nationalmannschaften mitmachen, sondern auch bei den Großen dabei sein. Das ist etwas besonderes.

 

German Basketball Future: Gab es bei dir bereits Momente, in denen du alles hinschmeißen wolltest, um Basketball hinter dir zu lassen?

Philipp Herkenhoff: So richtig gab’s keinen. Ein bisschen gab’s einen Durchhänger, mit 12 oder so. Danach habe ich mich schlimm am Knie verletzt und musste fast ein Jahr pausieren. Nach ein, zwei Wochen habe ich gemerkt, dass es bei mir ohne Basketball nicht geht. Seitdem kam das Gefühl nicht mehr auf.

 

German Basketball Future: Hast du mit deinen Freunden schon mal darüber geredet, dass du ständig im Training bist und selten Zeit für sie findest?

Philipp Herkenhoff: Sie selbst könnten es nicht, das sagen sie auch immer wieder. Sie respektieren meine Entscheidung aber und ich verstehe mich gut mit denen. Wenn ich Zeit habe, versuche ich auch Dinge mit ihnen zu unternehmen, das ist aber nicht leicht. Dann gehen wir im Sommer mal schwimmen, wenn die Zeit reicht. Oder abends der Klassiker, mal an der Konsole. Das ist aber eher alles selten.

 

German Basketball Future: Viele Jungprofis haben das Problem, dass die erfahrenen Teamkollegen oder Trainer sie nicht als vollwertigen Spieler betrachten und im Training links liegen gelassen werden. Wie ist es dir bisher ergangen?

Philipp Herkenhoff: Ich werde auf jeden Fall respektiert und alle wissen, dass ich als junger Spieler auch mehr Fehler mache als ein 30-jähriger Amerikaner oder so. Aber sie unterstützen mich immer. Derrick Allen hat letzte Saison immer alles gegeben, um mich zu unterstützen und immer wieder korrigiert, wenn ich Fehler gemacht habe. Bei Doug (Spradley, Anm. d. Red.) darf ich voll mitmachen, die Rotation war gleich, jeder wurde im Training ausgewechselt und die Jugendspieler wurden in keinster Weise benachteiligt.

 

German Basketball Future: Wenn du deinem früherem Ich etwas mit auf den Weg geben könntest, welchen Tipp würdest du ihm geben?

Philipp Herkenhoff: Ich würde ihm sagen, dass er mehr essen soll – von Anfang an! Und ALLES, damit ich mich nicht jetzt erst daran gewöhnen muss.

 

German Basketball Future: Was wolltest du den jungen Spielern schon immer mal mitteilen?

Philipp Herkenhoff: Wenn du den Traum hast, mit Basketball Geld zu verdienen oder mal hoch zu spielen, dann solltest du das verfolgen und dafür musst du auch Opfer bringen. Auch andere Sachen mal vernachlässigen – jetzt nicht gerade die Schule – aber nicht so viel Zeit für Freunde haben und sich mehr auf Basketball konzentrieren.

 

German Basketball Future: Nun ist deine Meinung gefragt: Wie siehst du euch im NBBL Top 4 abschneiden, und wer wird das größte Matchup-„Problem“ für dich gegen den FC Bayern München sein?

Philipp Herkenhoff: Beim NBBL Top 4 ist das immer so eine Sache. Man hat nur ein Spiel, und um ins Finale zu kommen ist es oft abhängig von der Tagesform. Ich denke, jedes Team kann gewinnen, wenn es zwei gute Tage hintereinander hat. Es ist schwer, eine Prognose abzugeben, ich werde auf jeden Fall alles geben und Bayern alles abverlangen. Vermutlich werden Gegic oder Pecarski schwere Matchups sein.

 

German Basketball Future: Vielen Dank, Philipp!

 

Das Interview mit Philipp Herkenhoff ist der dritte Teil unseres Countdowns zum NBBL Top 4 in Frankfurt. Unsere Gespräche mit Henning Ballhausen (IBAM) und Ferdinand Zylka (Alba Berlin)  findet ihr unter den Links.

 

Foto: RASTA Vechta